Nutzung des internen So-Busses der 4410

Hallo,

ich habe eine Frage zum internen So-Bus. In unserem Server steckt eine FritzCard PCI die wir bisher für zwei Anwendungen nutzen:

  1. als Faxport für unsere DAVID Faxware und
  2. für unsere ISDN-Software “ISDN-Call”. Über ISDN-Call sehen wir, welcher Anrufer an eine welcher unserer MSN’s anruft, können ihn identifizieren und die Anrufe weiterverarbeiten (weiterleiten, aufzeichnen, abweisen).

Nun würden wir diese FritzCard gern an den internen So-Bus der 4410 hängen, damit wir die Anlage darüber programmieren können und außerdem intern Faxe auf diesen Port vermitteln können.

Leider funktioniert dann unser ISDN-Call nicht mehr. Schalte ich alle MSN’s auf diesen Port, dann sehe ich nicht mehr, an welche unserer MSN der Anruf ging, sondern nur noch die interner Nummer und kann die Anrufe somit nicht mehr zielgerichtet weiterverarbeiten. Gibt es eine Möglichkeit, diesen Port mit der eintlichen Ziel-MSN zu versorgen, damit dieser für uns sehr wichtige Programm wieder funktioniert?

Mal ganz leienhaft gefragt: Was passiert eigentlich, wenn ich auf die Dose sowohl den internen als auch den externen So-Bus aufklemme?

cu Handbuch

[quote]Original geschrieben von Handbuch

Leider funktioniert dann unser ISDN-Call nicht mehr. Schalte ich alle MSN’s auf diesen Port, dann sehe ich nicht mehr, an welche unserer MSN der Anruf ging, sondern nur noch die interner Nummer und kann die Anrufe somit nicht mehr zielgerichtet weiterverarbeiten. Gibt es eine Möglichkeit, diesen Port mit der eintlichen Ziel-MSN zu versorgen, damit dieser für uns sehr wichtige Programm wieder funktioniert?
[/quote]

Ich vermute stark, dass folgendes funktionieren müsste:
Du richtest für jede Deiner externen MSNs (z.b. 47110815, 47110816, 47110817) einen internen Teilnehmer ein (z.B. 15, 16, 17). Für jeden dieser Teilnehmer stellst Du ein, dass er am internen S0-Bus angeschlossen ist. Die Rufverteilung machst Du so, dass ein Anruf auf 4711081x es jeweils bei 1x klingeln lässt.

Dann müsstest Du dieser ISDN-Call-Software sagen, dass sie nicht mehr auf 47110815, …16, …17 lauschen soll, sondern auf 15, 16, 17. Das ist halt auch der Wermutstropfen: die Software wird jetzt nicht mehr anzeigen, auf welcher externen MSN der Anrufer angerufen hat, sondern welche interne MSN klingelt. Da es dazwischen allerdings eine 1:1-Entsprechung gibt, sollte aus der internen MSN dann trotzdem klar hervorgehen, welche externe MSN gerufen wurde.

[quote]
Mal ganz leienhaft gefragt: Was passiert eigentlich, wenn ich auf die Dose sowohl den internen als auch den externen So-Bus aufklemme?
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Mit sowas wär ich verdammt vorsichtig. Bin allerdings kein Experte. Meinem Gefühl nach ist der S0-Bus darauf ausgelegt, dass zwar mehrere Endgeräte, aber nur eine Vermittlungsstelle dranhängen. In diesem Fall wären es zwei Vermittlungsstellen: die vom Netzbetreiber (via NTBA) und die Auerswald (interner S0-Port).

Theoretisch könnte es sogar sein, dass Du Dir damit irgendwelche Geräte brätst. Halte ich zwar für eine nicht so wahrscheinliche, aber dennoch reale Gefahr.

Hallo,

Der S[SIZE=1]0[/SIZE]-Bus verbindet die Netzabschlußeinheit (NT) des Netzbetreibers (bei internem S[SIZE=1]0[/SIZE] die Telefonanlage) mit bis zu 8 Endeinrichtungen (TE’s) wie ISDN-Telefone, PC-ISDN-Karten, … Die NT arbeitet als Master und erzeugt ständig Rahmen (die bei Bedarf mit zu übertragenden Informationen gefüllt werden) und überträgt diese über ein Adernpaar des S[SIZE=1]0[/SIZE]-Busses an die TE. Die TE’s gewinnen aus den ankommenden Rahmen ihren Sendetakt und senden mit 2 Bit Versatz synchron zum ankommenden Rahmenstrom auf dem zweiten Adernpaar des S[SIZE=1]0[/SIZE]-Busses an die NT.

Beim Anschluss mehrerer NT’s an den S[SIZE=1]0[/SIZE]-Bus würden sich die Signale der gleichzeitig erzeugten Rahmen elektrisch überlagern; die TE’s würden keinerlei gültige Information mehr erkennen und damit auch nicht mehr korrekt senden können.

Ein Parallelschalten zweier NT’s (bzw. NT und internen S[SIZE=1]0[/SIZE]-Bus der Telefonanlage) kann also keinesfalls funktionieren. Zudem ist mit einer Beschädigung zu rechnen, insbesondere durch das Parallelschalten der durch die NT/ Telefonanlage (über den S[SIZE=1]0[/SIZE]-Bus) zur Verfügung gestellten Versorgungsspannungen für die TE’s.

Andreas

@hirvi

Das Problem ist nur, daß die meisten MSN’s auf analoge Nebenstellen geschaltet sind und somit aus der Überwachung des ISDN-Calls herausfallen würden. Ich müßte 8 analoge Nebenstellen auf ISDN-Geräte umrüsten und dafür sogar noch ein Zusatzmodul in die 4410 packen und einen weiteren So-Bus verlegen. Dieser Aufwand ist mir einfach zu hoch.

@ahe

Hatte schon so etwas in der Art vermutet. War ja nur so eine Idee.

Hat jemand noch eine Idee???

[quote]Original geschrieben von Handbuch
[b]@hirvi

Das Problem ist nur, daß die meisten MSN’s auf analoge Nebenstellen geschaltet sind und somit aus der Überwachung des ISDN-Calls herausfallen würden.
[/b][/quote]

:confused: :confused: :confused:
Versteh ich nicht. Du kannst doch einfach die analogen Nebenstellen klingeln lassen und gleichzeitig auch auf dem S0-Bus unter der entsprechenden internen MSN. (Dort ist dann zwar kein entsprechendes ISDN-Telefon angeschlossen, aber das macht ja nix.) Oder muss das ISDN-Call auch erkennen, ob das Gespraech tatsaechlich angenommen wurde und wann es beendet wurde?

@hirvi

Jetzt verstehe ich Dich. Bisher bin ich immer davon ausgegangen, daß ich für die ISDN-Karte am internen So-Bus nur 2 Rufnummern vergeben kann. In der Konfigration werden nämlich für diesen Port nur 2 Anschlüsse angezeigt. Ich aber offenbar weitere anschlüsse neu anlegen.

Wenn ich wirklich für diesen Port z.B. 10 interne Nummern vergeben werden kann, dann funktioniert Dein Vorschlag. Kann es jetzt leider im laufendem Betrieb nicht testen, da ich hierzu den So-Bus umstecken muß, was im laufenden Bürobetrieb nicht ganz ohne ist.

Werde aber morgen über das Ergebnis berichten.

Danke schon einmal im voraus.

cu Handbuch

Hallo,

das gleichzeitige Klingeln von Analog- und ISDN-Nummer könnte folgenden Haken haben: Wenn ein Ruf eingeht und das zugeordnete Analog-Telefon besetzt ist (und das Anklopfen ausgeschaltet ist bzw. abgewiesen wird), hört der Anrufer (zumindest für einige Zeit) Freizeichen, falls die ISDN-Karte den Ruf nicht korrekt abweist. Wenn es Probleme gibt, musst Du evtl. mal an der “Amtsklingel-Verzögerungszeit”, an der “Teilnehmer-Rufweiterschaltungszeit” und an “Rückfall bei Besetzt” drehen. (Ja ich weiss, die sollten eigentlich keinen Einfluss haben, wenn nicht weitergeleitet und nicht verzögert geklingelt wird…)

Wenn es nicht klappt, musst Du dann “Busy on Busy” für alle MSN aktivieren. Das ist aber wieder nur sinnvoll, wenn tatsächlich eine lineare Rufverteilung (eineindeutige Zuordnung der externen MSN zu Nebenstellen) vorliegt. Ansonsten würde man ein Merkmal “Busy on Busy für Gruppen” benötigen, was die Anlage aber (noch?) nicht hat.

Andreas

Hatte eben mal einen Testlauf gestartet.

Das Ergebnis war leider net so toll.

Es ging kein Fax mehr raus. Angeblich hat der Teilenehmer nicht abgehoben. Keine Ahnung woran es lag. Vielleicht weil so viele Rufnummern auf diesem Port liegen und die Einstellungen unterschiedlich sind.

Außerdem hat der ISDN-Call nicht alle ankommenden Rufe mitbekommen. anrufe bei der einen MSN hat er mal gemeldet und dann wieder nicht. Ist mir völlig schleierhaft warum.

Irgendwie total komisch.

Dabei fing es so gut an.

Werde heute abend einen zweiten Versuch starten.

cu

Auch der zweite Test lief net so toll und bestätigt die Erfahrungen des ersten Versuchs. Jedoch treten jetzt die Probleme klarer auf.

  1. Problem ISDN Call
    Wenn die entsprechenden analogen Ports besetzt sind, dann werden ankommende Anrufe nicht mehr im ISDN Call angezeigt. Versteh ich nicht, da dort das Anklopfen aktiviert ist. Hat jemand eine Idee, woran das wieder liegen kann???

  2. Problem Faxen via ISDN Card
    Hier bestehen offensichtlich Probleme in der Qualität der Kommunikation. Bei 2 Versuchen mit Gegenstellen mit denen ich sonst immer eine Verbindung mit 14400 hinbekomme schaffe ich bei der Gegenstelle 1 nur eine Verbindung mit 4800 und erhalte bei der Gegenstelle sogar nur eine Fehlermledung “Fehler bei Kommunikation”.
    Hier könnte ich mir höchstens irgendwelche Fehler infolge fehlender Terminierung vorstellen. Jedoch funktioniert die verlegte Verkabelung auf ohne Terminierung als externer So-Bus ohne Probleme. Auch funktioniert derzeit die Programmierung der 4410 via internen So-Bus ohne Probleme. Hhmmm.
    Hat jemand von Euch Erfahrungen mit Faxen via ISDN-Card über den internen So-Bus der 4410? Werde mich auf jeden Fall mal mit der Terminierung beschäftigen bevor ich den nächsten Versuch starte. Wenn ich aber das Problem 1 nicht in den Griff bekomme, dann nützt mir auch eine Lösung des Problems 2 nicht.

Alles gar nicht soooo einfach, wenn man die perfekte Lösung sucht.

cu Handbuch

Hallo Handbuch,

die Idee mit den Abschlüssen ist auf jeden Fall Gold wert…
…und dann noch eine vernünftige Verkabelung - dann kann es richtig losgehen…

[quote]Original geschrieben von Handbuch
1. Problem ISDN Call
Wenn die entsprechenden analogen Ports besetzt sind, dann werden ankommende Anrufe nicht mehr im ISDN Call angezeigt. Versteh ich nicht, da dort das Anklopfen aktiviert ist.
[/quote]

Heisst das, dass es einfach nur nicht signalisiert wird, oder werden die Gespraeche ganz abgeblockt (d.h. Anrufer kriegt Besetztton)? Wenn letzteres der Fall waere, wuerd ich mal die Einstellung fuer busy-on-busy checken. Wenn ersteres der Fall ist… hmm… dann koennte es evtl. daran liegen, wie ISDN-Call den S0-Bus beobachtet. Wenn es einfach nur “snifft” (also auf dem D-Kanal schaut, was abgeht, aber keinen Mucks von sich gibt), dann kommt die ISDN-Anlage zu dem Schluss, dass diese “virtuellen Teilnehmer” am S0-Bus gar nicht angeschlossen sind, weil ja am internen S0-Bus keiner gesagt hat “jawohl, ich lasse es jetzt klingeln”. Abhilfe koennte da theoretisch irgendwas ganz krankes schaffen, z.B. wenn Du ISDN-Call dazu bringen koenntest, Anrufe auf diesen Nummern entgegenzunehmen, allerdings erst nach 20 Klingelsignalen (d.h. faktisch nie). In dem Fall wuerde die Anlage mitkriegen, dass da ein “Telefon laeutet” und wuerde nicht davon ausgehen, dass diese Teilnehmer im Moment gar nicht am S0-Bus haengt. Eine Alternative waere evtl. ein unbenutztes ISDN-Telefon, das bei Rufen auf diesen virtuellen Nummern “klingelt”, dies allerdings mit ausgeschaltetem Klingelsignal.

Ist jetzt zugegebenermassen mehr so ne Vermutung aus dem Bauch heraus.

[quote]2. Problem Faxen via ISDN Card
Hier bestehen offensichtlich Probleme in der Qualität der Kommunikation. (…)
[/quote]

Hmm, wenn ich mich richtig erinnere, dann kann man in der 2206 (und damit wohl auch in der 4410) einstellen, ob der interne S0-Bus an der 4410 terminiert werden soll (sinnvoll, wenn sie am Ende der Leitung liegt) oder nicht (sinnvoll, wenn der interne S0-Bus “nach links und nach rechts” von der Anlage weg geht). Vielleicht liegt das Problem ja an einer falschen Terminierung, die hierin begründet ist?

Hier mal die Antwort, die ich von Auerswald bekam:


Sehr geehrter Herr xxx,

die mögliche Voice-Mail-Funktion und FaxWare-Funktion muß mit den internen MSN aus der Tk-Anlage COMpact 4410 USB entsprechend zugewiesen werden.
Die extern angewählte MSN/DDI wird nicht auf dem internen S0-Bus der Tk-Anlage COMpact 4410 USB weitergeleitet. Hier weisen Sie einem internen S0-Bus die entsprechenden internen MSN des Systems der Tobit-Software zu. Zu diesem Rufnummernblock kann der externe Ruf konfiguriert werden.
Die ursprünglich angewählte MSN/DDI wird nicht an die Tobit-Software weitergereicht.

Was eigentlich passiert, kann ich Ihnen nicht sagen! Die Funktion ist gegeben, wenn Sie auf die ISDN-Dose sowohl den internen als auch den externen So-Bus aufklemmen.

Mit freundlichen Gruessen

i.A. xxx


Besonders den letzten Satz finde ich irgendwie seltsam? Solte es möglich sein, beide So-Busse auf die Dose zu legen?

Bin leider insgesamt noch nicht weiter, da ich wenig Zeit hatte.

cu handbuch

Hallo Herr xxx ;),

Wirklich seltsam.

Falls die Firma Auerswald sich bereit erklärt, alle Schäden zu ersetzen, kann man es ja mal versuchen. Am Besten den NTBA nicht mit Netzspannung versorgen, dann wird die Versorgungsspannung des externen Busses aus dem Telekom-Netz bezogen und andersherum gepolt (Notbetrieb). :eek: Kurzgeschlossen mit der normal gepolten Versorgungsspannung aus der Anlage sollten die Kurzschlussergebnisse am Besten sein. Schreibe mal, wie lange die Anlage und der NTBA durchgehalten haben…
:smiley: :smiley: :smiley: :smiley: :smiley:

Aber mal im Ernst: Außer dass Du evtl. die Anlage und den NTBA zerstörst (auch bei gleicher Polung, dann evtl. nur etwas langsamer!!!) kannst Du mit Sicherheit keinen Erfolg erzielen (siehe oben). Es sei denn, Du verwendest eine ISDN-Dose mit zwei elektrisch vollständig getrennt anzuschließenden Buchsen. Dann ist Dir aber auch nicht geholfen;)

Ansonsten: Wir warten alle gespannt auf Deine Antwort auf die Frage von hirvi und weitere Informationen:
[list]
[]Was hört der Anrufer bei besetzten analogen Nebenstellen?
[/list]
Schreibe bitte alles auf, was Du sonst noch bemerkt hast und wie die ISDN-Software “ISDN-Call” arbeitet bzw. arbeiten sollte:
[list]
[
]Was macht Ihr genau mit der ISDN-Software “ISDN-Call”?
[/list]
Was war genau eingestellt und wie hat es funktioniert, als die FritzCard direkt am NTBA angeschlossen war:
[list]
[] In ISDN-Software “ISDN-Call” eingestellte MSN’s
[
] Bei FritzCard eingestellte MSN’s
[] Verhalten von ISDN-Software “ISDN-Call”, wenn ein Gespräch an einem analogen Telefon angenommen wird
[
] Verhalten der ISDN-Software “ISDN-Call”, wenn bei eingehendem Ruf das zugehörige analoge Telefon belegt ist
[] Welche Aktionen können mit Hilfe der ISDN-Software “ISDN-Call” dann ausgeführt werden?
[
] Was hört der anrufende Teilnehmer, wenn das zugehörige analoge Telefon belegt ist?
[/list]

Wenn Du noch einige Informationen zur Verfügung stellst, bekommst Du hier sicher noch hilfreiche Antworten. Ich habe eigentlich nicht das Gefühl, dass das Problem unlösbar ist.

Andreas