Analoge Sternverkabelung für internes ISDN nutzen?


#1

Ich berate jemanden, der ein neues Haus gebaut hat, und eine doppelte (oder gar dreifache) Sternverkabelung hat legen lassen, einmal mit CAT7-Ethernetkabeln, und einmal mit Kabeln für analoge Telefonier, mit RJ45-Anschlußbuchsen für die Computerei und TAE-Dosen für Telefone (dann gibt es noch eine Breitbandverkabelung für das SAT-Signal von der TV-Schüssel, aber darum hatte ich mich nicht gekümmert).

Der Telefonanschluß ist von der Telekom, auf IP-Basis. Endgerät ist ein Speedport W723V.

Die Frage ist, ob man diese Telefonverkabelung für ISDN-Telefone an einer TK-Anlage mit internen S0-Ports nutzen kann (zum “Amt” hin muß sie VOIP machen).

Jetzt gibt es ein Angebot von einer Auerswald Compact 5020 VOIP mit vier Auerswald-Systemtelefonen und einer DECT-Basis, alles auf ISDN-Basis. Das Angebot sieht preismäßig sehr interessant aus.

Die Frage ist, ob man die vorhandene Telefon-Verkabelung für ISDN-Telefone nutzen kann. Ich glaube (weiß es aber nicht genau), daß sechsadrige Telefonleitungen verlegt worden sind. Im Hausanschlußraum gibt es eine Anschlußleiste (LSA), an der die Leitungen zu den TAE-Dosen hängen. Die TAE-Dosen könnte man sicherlich einfach gegen RJ45-Dosen austauschen, aber ob man die Kabel so ohne weiteres austauschen kann, weiß ich nicht.

Was meinen die Ekschperte?


#2

ISDN braucht ja nur 4 Adern und Qualität der Kabel sollte vermutlich reichen. Wenn Du Auerswald-Systemtelefone verwendest könntest Du in Kombination mit der der 5020 sogar UP0 nutzen, dass braucht nur 2 Adern.
Entweder Du tauscht die TAE-Dosen gegen RJ45 oder falls nicht verwendet kannst du natürlich dafür auch die CAT7-Kabel mit Dosen nehmen. Es gibt auch Adapter von TAE auf RJ45, da müsstest Du noch prüfen ob die Adernbelegung stimmt.
Ich würde vermutlich die CAT7-Kabel verwenden, außer diese wären schon verplant. Sollte man die CAT7 später brauchen kann man immer noch die TAE-Dosen tauschen.
Ehrlich gesagt wundert es mich aber schon, dass man nicht einfach zwei CAT7 Kabel gelegt hat, anstatt separate Telefonverkabelung, da wäre man deutlich flexibler gewesen.

Gruß, Nils


#3

Danke für die Antwort!

[quote=“Ganzfix, post:2, topic:4540”]
ISDN braucht ja nur 4 Adern und Qualität der Kabel sollte vermutlich reichen. Wenn Du Auerswald-Systemtelefone verwendest könntest Du in Kombination mit der der 5020 sogar UP0 nutzen, dass braucht nur 2 Adern. [/quote]
S0 nutzt je normalerweise einen Bus, mit mehreren Geräten an einer Leitung. Aber die physische Leitungsstruktur ist eben ein Stern. Das erschien mir als ein Problem; und ich vermute, daß die angebotene Anlage wirklich für jedes mitgeliederte ISDN-Telefon einen eigenen ISDN-Port bietet.

Und UP0? Braucht man dazu nicht für jede Leitung einen Adapter? Das wäre die andere Frage. Und solche Adapter kosten wieder extra…

[quote=“Ganzfix, post:2, topic:4540”]
Entweder Du tauscht die TAE-Dosen gegen RJ45 oder falls nicht verwendet kannst du natürlich dafür auch die CAT7-Kabel mit Dosen nehmen. [/quote]
Die Ethernet-Verkabelung ist für Ethernet verplant.

Ich würd die TAE-Dosen, auf denen dann ein ISDN-Signal aufliegt, gegen RJ45 tauschen (die etwas weniger abgeschirmten für ISDN heißen dann wohl UAE, nicht wahr?). Wo analoges Signal anliegt, bleibt TAE. Ggf Kombidose mit je 1 UAE und TAE, was bei ausreichender Aderzahl ja möglich sein sollte, nicht wahr? Keine Verwirrung, bei der man erst nach dem Anstöpseln eines Gerätes merkt, was an dem Anschluß möglich ist… Eine ISDN-Leitung muß ja wohl auch einen Endwiderstand haben, nicht wahr?

[quote=“Ganzfix, post:2, topic:4540”]
Ehrlich gesagt wundert es mich aber schon, dass man nicht einfach zwei CAT7 Kabel gelegt hat, anstatt separate Telefonverkabelung, da wäre man deutlich flexibler gewesen.[/quote]
Ich war bei den Gesprächen zwischen Bauherren und Architekt und Elektriker nicht beteiligt…

Man könnte vielleicht im Nachhinein noch die POTS-Verkabelung gegen CAT7 tauschen – ich vermute, daß man immerhin beim Bau Leerrohre verlegt hat und nicht wie es im heutigen Billigbau von “Komfortwohnungen” üblich ist, die Kabel in den Putz einzuschweißen…

Aber meine Frage geht von der Voraussetzung aus, daß das vorhandene Kabelnetz nicht geändert wird, höchstens an den jeweiligen Enden, in der Verkabelungszentrale einerseits und an den Enddosen andererseits.